Informationen zu Flüssiggas (LPG)

Allgemeines zu Flüssiggas

Was ist Flüssiggas?

Als Flüssiggas werden die chemischen Stoffe Propan und Butan sowie deren Gemische bezeichnet.

Diese Gase und deren Gemische bleiben bei Raumtemperatur unter vergleichsweise geringem Druck flüssig. Sie werden daher auch LPG = Liquefied Petroleum Gas genannt. Weitere Bezeichnungen sind Gasol oder Autogas.

Wo kommt Flüssiggas vor?

Flüssiggas fällt als Nebenprodukt bei der Erdölraffinierung und als Begleitgas bei der Förderung von Erdöl und Erdgas an und ist somit ein fossiler Energieträger.

Wo wird Flüssiggas eingesetzt?

Neben Wärme-, Heiz- und Kochzwecken dient Flüssiggas auch als Treibstoff für Fahrzeuge. Es findet auch als Treibgas für Sprühdosen Verwendung und wird darüber hinaus als FCKW-freies Kältemittel in Kühlschränken und Klimaanlagen eingesetzt.

Welches sind die Gefahren bei der Verwendung von Flüssiggas?

Flüssiggas ist unter Normalbedingungen ein farbloses, fast geruchloses Gasgemisch, das schwerer ist als Luft. Es ist brennbar und kann mit Luft oder Sauerstoff explosionsfähige Gemische bilden. Es besteht daher besondere Explosionsgefahr, wenn Flüssiggas wegen Undichtheiten unbemerkt entweicht. Flüssiggas zu Brennzwecken ist aus diesem Grund odoriert. Da Flüssiggas schwerer ist als Luft, sammelt es sich in Bodennähe und bildet dort einen „Gas-See“. Durch Verdrängen des Sauerstoffs kann Flüssiggas erstickend wirken.

Welche Schutzmassnahmen sind erforderlich?

Von grösster Bedeutung ist die Dichtheit der Flüssigasanlagen. Daher müssen Dichtungen und Schläuche aus besonderem, gegen Flüssiggas beständigem Material hergestellt sein. Zudem müssen Flüssigasanlagen regelmässig instand gehalten werden.Damit auch bei einer allfälligen Undichtheit keine Explosionsgefahr besteht, muss der Aufstellungsort von Flüssigasanlagen ausreichend gelüftet werden. Flüssiggasflaschen dürfen nicht in Unterflurräumen (z.B. Keller) aufgestellt oder gelagert werden, weil eventuell austretendes Gas sich nicht schnell genug verflüchtigen kann. Weitere Schutzmassnahmen sind den Richtlinien und Merkblättern sowie der Flaschenhalsetikette zu entnehmen.

Rechtliche Veränderungen

EKAS-Richtlinie 6517 über Flüssiggas in Kraft

Die eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) hat die neue Flüssiggas-Richtlinie 6517 am 6. Dezember 2017 genehmigt und in Kraft gesetzt.

Diese neue Richtlinie ersetzt die bisherigen vier Flüssiggas-Richtlinien 1941, 1942, 2151 und 2388.

Der Verein Arbeitskreis LPG hat den Entwurf dieser Richtlinie erarbeitet und wie in der Verordnung vorgeschrieben den Genehmigungsprozess aktiv begleitet.

Die EKAS-Richtlinie 6517 kann hier heruntergeladen werden.

Bundesrat setzt neuen Flüssiggas-Artikel in Kraft

Am 22. Februar 2017 hat der Bundesrat den neuen Flüssiggas-Artikel 32c der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) genehmigt und auf 1. April 2017 in Kraft gesetzt.

Damit ist die gesetzliche Grundlage geschaffen, dass Flüssiggasanlagen sicher betrieben werden können, indem sie nur durch ausgebildete Installateure erstellt werden dürfen sowie regelmässig durch geprüfte Kontrolleure kontrolliert werden müssen.

Wir sind sehr stolz darauf, dass der Bundesrat dem Verein Arbeitskreis LPG, der Plattform für Sicherheitsfragen von Flüssiggas, offiziell das Vertrauen schenkt die anerkannten Regeln der Technik mitzubestimmen.

Da der Verein Arbeitskreis LPG explizit in der Verordnung erwähnt wird, garantieren nur Flüssiggas-Publikationen den anerkannten Stand der Technik wiederzugeben, welche unter Mitwirkung des Vereins Arbeitskreis LPG entstanden sind bzw. die Zustimmung des Vereins Arbeitskreis LPG besitzen.

Damit wird wieder fundierte und verbindliche Rechtssicherheit geschaffen.

Durch den Artikel 32c VUV ist die Basis gelegt für die Konkretisierung der Regeln der Technik durch die darauf abstützende EKAS-Richtlinien 6517 über Flüssiggas. Diese Richtlinie wird in Kürze zur letzten Anhörung vor Inkraftsetzung freigegeben. Wie bisher umfasst der Geltungsbereich auch Aspekte der Arbeitssicherheit, des Brandschutzes, des Umweltschutzes und der Sicherheit bei der Verwendung von Gasgeräten.

Gaskontrolle

Wieso braucht es eine Gaskontrolle?

Obwohl Flüssiggas bei korrekter Handhabung ungefährlich ist, verlangt die Sorgfaltspflicht und die gesetzlichen Bestimmungen eine regelmässige Kontrolle von Gasgeräten (Flüssiggasanlagen).

Periodische Gaskontrollen schützen nicht nur die Benutzer von Wohnmobilen, Wohnwagen und Schiffen sondern auch die Nachbarn und sind im Interesse der Allgemeinheit.

Aufgrund der Beanspruchung von Wohnmobilen und Schiffen ist ein Kontrollrhythmus von 3 Jahren festgelegt worden. Für Veranstaltungen gilt ein einjähriges Kontrollintervall.

Gaskontrolle Camping / Wohnmobil

Eine Gaskontrolle Camping dürfen nur Kontrolleure mit geprüftem Fachwissen vornehmen. Die Liste der vom Verein Arbeitskreis LPG geprüften und zugelassenen Gaskontrolleure ist hier zu finden.

Bei einer Kontrollbescheinigung ohne festgestellte Mängel werden die Vignetten mit einer Gültigkeit von 3 Jahren am Wohnmobil oder Caravan angebracht und eine Kontrollbescheinigung ausgestellt.

Ausschlaggebend ist die entsprechende Kontrollbescheinigung auch wenn die Vignette beschädigt ist.

Der Kontrollaufwand bei 3 Gasgeräten beträgt im Schnitt rund 45 – 60 Minuten.

Korrekt ist die Abrechnung nach Zeitaufwand. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Stunden-ansatz eines geprüften Kontrolleurs beträgt 140 Franken.

Bezüglich der Fahrkosten und Spesen ist zu unterscheiden, ob es sich um eine Einzelabnahme oder eine Gruppenabnahme z.B. auf einem Campingplatz oder um eine Kontrolle direkt in der Werkstatt des Caravan- oder Wohnmobil-Fachhändlers handelt.

Weiter Informationen können dem Reglement für Camping und den Factsheet entnommen werden.

Gaskontrolle Veranstaltungen

Eine Gaskontrolle Veranstaltungen dürfen nur Kontrolleure mit geprüftem Fachwissen vornehmen. Die Liste der vom Verein Arbeitskreis LPG geprüften und zugelassenen Gaskontrolleure ist hier zu finden.

Bei einer Kontrollbescheinigung ohne festgestellte Mängel werden die Vignetten mit einer Gültigkeit von 1 Jahr an jedem Gasgerät angebracht und je Gasgerät eine Kontrollbescheinigung ausgestellt.

Ausschlaggebend ist die entsprechende Kontrollbescheinigung, auch wenn die Vignette beschädigt ist.

Eine Gaskontrolle für einen Grill dauert je nach Arbeitsaufwand normalerweise 15-20 Min und kostet inkl. Vignette und Kontrollbescheinigung 30 – 50 Franken (ohne Fahrkosten). Allfällige Reinigungskosten werden zusätzlich verrechnet.

Weiter Informationen können dem Reglement für Veranstaltungen und den Factsheet entnommen werden.

Gaskontrolle Schiff

Eine gültige Gaskontrolle wird von den Schifffahrtsämtern bei der Schiffsprüfung verlangt.

Eine GaskontrolleSchiff dürfen nur Kontrolleure mit geprüftem Fachwissen vornehmen. Die Liste der vom Verein Arbeitskreis LPG geprüften und zugelassenen Gaskontrolleure ist hier zu finden.

Bei einer Kontrollbescheinigung ohne festgestellte Mängel werden die Vignetten mit einer Gültigkeit von 3 Jahren im Schiff angebracht und eine Kontrollbescheinigung ausgestellt.

Der Kontrollaufwand bei 3 Verbrauchsgeräten beträgt im Schnitt rund 45 – 60 Minuten. Korrekt ist die Abrechnung nach Zeitaufwand. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Stunden-ansatz eines geprüften Kontrolleurs beträgt 140 Franken.

Gaskontrolle Gewerbe & Haushaltstechnik

Der Arbeitskreis LPG kann noch keine Prüfungen für Kontrolleure von gewerblichen Flüssiggasanlagen anbieten.

Er ist aber daran die entsprechende Ausbildung mit seinen Mitgliedern aufzubauen.

Appell an Flüssiggasanlagenbetreiber

Im europäischen Raum gibt es viele verschiedene Gasanschlüsse an Gasflaschen und Druckreglern. Unten sehen Sie die sechs weitverbreitesten Anschlüsse. Diese unterschiedlichen Anschlüsse sind nicht miteinander kompatibel!

Die schweizerischen Gasanschlüsse sind baugleich wie die französischen Anschlüsse.

Vorsicht bei deutschen Gasanschlüssen!
Es sind keinesfalls deutsche Gasanschlüsse mit schweizerischen Anschlüssen zu kombinieren!

Sie lassen sich zwar verschrauben, dichten aber nicht!

Bei Undichtheit besteht Brand und- Explosionsgefahr.

Sicherheit mit Gas

Lagerung der Gasflaschen

  • Gasflaschen dürfen nur stehend gelagert und benützt werden (Ausnahme: Spezialflaschen mit Tauchrohr).
  • Grossflaschen sind gegen Umkippen zu sichern.
  • Flaschen nur mit Ventilschutz transportieren und lagern.
  • Gasflaschen NIE in Kellern oder Unterflurräumen lagern oder benützen. Da Gas ungefähr doppelt so schwer ist wie Luft, muss es bei allfälliger Undichtheit ins Freie entweichen können, sonst droht Erstickungs- oder Explosionsgefahr.
  • Gasflaschen NIE in der Nähe von Feuer, glühenden Gegeständen oder sonstigen Zündquellen aufstellen und anschliessen.

WICHTIG: Bei Gasgeruch besteht eine Undichtheit

  • Bei Gasgeruch ist sofort der Flaschenhahn zu schliessen.
  • Nicht rauchen, keine Flamme anzünden, keine elektrischen Schalter zu betätigen. Gasflaschen ins Freie bringen und Raum gut lüften.
Anschliessen der Gasflasche
  • Kontrollieren, ob der Flaschenhahn geschlossen ist, erst dann Plastik-Verschlusskappe entfernen.
  • Nach Gebrauch ist der Flaschenhahn zu schliessen.
  • Auch bei leeren Flaschen muss der Flaschenhahn geschlossen werden.
  • Eine Dichtheitskontrolle ist mit geeigneten Mitteln durchzuführen (Seifenwasser, Lecksuchspray, usw.). Keine Flamme verwenden!
  • Defekte Anlageteile (beschädigte Dichtungen, Schläuche, usw.) sind durch den Lieferanten sofort zu ersetzen bzw. reparieren zu lassen.

Informationen zu Arbeitskreis LPG

In einem feierlichen Gründungsakt wurde der Verein Arbeitskreis LPG am 30.6.2016 in Luzern gegründet. Aus einem losen Verbund von Fachexperten wird ein Verein.

Der Arbeitskreis LPG befasst sich mit der Sicherheit im Zusammenhang mit Flüssiggasanlagen. Die Fragestellungen umfassen die Ausbildung, die Planung, das Installieren, das Kontrollieren, das Lagern, den Umschlag, den Umgang und die Verwendung von Flüssiggas für den beruflichen, betrieblichen und privaten Bereich.

Oberstes Ziel des Vereins ist es sich dafür einzusetzen, dass Anlagen und Einrichtungen zur Lagerung oder Nutzung von Flüssiggas (Flüssiggasanlagen) sicher betrieben werden können.

Der Arbeitskreis LPG verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn.

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